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Ultracycling CH-Meister 2018 - 23.Aug.2018

Ein paar Tage nach der Tortour sind meine Gedanken, Gefühle, Emotionen, usw. sortiert und platziert. 

Die Tortour 2018, ein Rennen welches mir Erinnerung bleiben wird. 

Vor zwei Jahren wagte ich den erneuten Schritt zurück in die Ultracycling-Szene. Damals war ich mir nicht sicher, ob ich den Sprung zurück an die Spitze schaffen werde! Heute - zwei Jahre danach kann ich behaupten, dass ich es definitiv geschafft habe! 

 

Der Weg war hart. Der Fokus und das Ziel jedoch klar. Einige haben gezweifelt, jedoch konnte ich bei der WM beweisen, dass ich zurück bin. Zurück an der Weltspitze der Ultracycler. Selber habe ich mir mit meiner Zielsetzung Druck aufgesetzt. Diesem Druck konnte ich stand halten und mit meinen Leistungen beweisen, dass meine Ziele nicht aus dem Himmel gegriffen waren. 

 

Die Tortour was nach dem Glocknerman das zweite grosse Ziel der Saison. An diesem Rennen verfolgte ich zwei Ziele - den Sieg und den CH-Meistertitel. 

Jedem Szenekenner war bewusst, dass ich ein optimales Rennen haben muss, will ich gegen Dizzy eine Chance haben. Aber genau an dieser Chance wollte ich mich festklammern. 

 

Der Prolog erfolgte nicht nach Wunsch. In der Kurve habe ich mich verschalten und verlor so die eine oder andere Sekunden. Trotz Schaltproblemen habe ich den vierten Rang erreicht, welcher mir eine gute Startposition sicherte. 

 

Um 00:38 durfte ich dann am Freitagmorgen von der Startrampe abfahren. Die ersten 180km nach Chur sind flach, entsprechend war das Tempo hoch, extrem hoch. In Chur hatte ich immer noch einen Schnitt von 36km/h. Entsprechend fiel mir dann der Rythmuswechsel in die Berge schwieriger als erwartet. Es dauerte doch fast bis zur Lenzerheide bis ich endlich mein Tempo wie gewünscht fand. Ab diesem Zeitpunkt war es mir möglich weitere Fahrer einzuholen. 

 

Auf dem Albula war ich dann schon auf Position zwei in der Kategorie. Jedoch musste ich nach der Abfahrt nochmals zwei Personen ziehen lassen, da ich aus unbekannten Gründen Probleme mit der Luft hatte. So war am Aufstieg zum Flüäla wieder Angriff angesagt. Dieser Angriff dauerte dann jedoch bis zum Oberalppass, wo ich Urs Zimmermann wieder ein- und direkt überholen konnte. Während der Auffahrt zum Oberalppass stoss Claudia, Leen und Nil, sowie Mama und Papa zu mir, die mich zusätzlich extrem motivierten. Claudia hat sich einige tollen Sachen überlegt um mich zusätzlich zu unterstützen. Vielen Dank mein Schatz, dass du mich stets bei meinen Unterfangen unterstützt. 

 

Am Oberalppass lag noch Marco Baloh und Dizzy vor mir. Marco konnte ich auf dem Nufenenpass einholen. Flavio hat mich mit Joggingsequenzen am Nufenenpass begleitet. Zudem feuerten mich auch Erwin mit Yael und Joelle, sowie Reto an. An der Unterstützung hat es also def. nicht gefehlt.

 

Bei der Abfahrt runter nach Fiesch habe ich dann versucht wieder Tempo zu machen, was mir gelang. In Fiesch wurde ich von vielen Leuten überrascht. Meine Verweilzeit in Fiesch war relativ klein, jedoch war die Anwesenheit der vielen Leute für mich eine riesen Stütze und Motivation. Nie hätte ich gedacht, dass mich so viele Leute in Fiesch und insgesamt im Wallis anfeuern werden. In jedem Dorf bis nach Salgesch waren Personen am Strassenrand, die mich auf meiner Fahrt bejubelt haben. Diese Unterstützung weis ich sehr zu schätzen und hat mich entsprechend nach Montreux getrieben. HERZLICHEN DANK AN ALLE!

 

Bis nach Montreux konnte ich den Abstand zu Dizzy schon von 50min auf 30min kürzen. Die Nacht konnte also weiterhin so weiter gehen. Bis nach Balsthal war dem auch so. Der Abstand verringerte sich stetig. In Balsthal lag der Rückstand noch bei 5min. Entsprechend motiviert versuchte ich weiter zu drücken und den Rückstand weiter zu verkürzen. Auf dem Weg ins Baselland konnte ich Dizzy in den Steigungen erkennen. Der Abstand verkürzte sich auf 3min. Die Freude war entsprechend hoch. Doch diese Freude war nicht von langer Dauer, da Dizzy nochmals kontern konnte. Da ich während der ganzen Nacht am Anschlag fuhr, war es mir leider nicht mehr möglich mich nochmals zu steigern. So nahe dran, jedoch so weit weg und unmöglich aus körperlichen Sicht ein weiteres Mal zu attackieren. 

In diesem Moment musste ich eingestehen, dass ich das Rennen gegen Dizzy verlieren werde. Dieser Moment war hart und zehrt an mir! Es war das zweite Mal, dass ich hier an diesen kleinen Hügel das Rennen verloren habe. 

 

Trotz Niederlage bin ich weitergefahren bis nach Eglisau wo mich die Realität einholte. Hier habe ich def. realisiert, dass ich mein Ziel - den Tortoursieg - nicht mehr erreichen werde. Entsprechend brach ich ein und Tränen flossen. Ein Moment, in dem ich dem Druck nicht mehr stand hielt. 

In diesem Moment war einmal mehr mein Team da, welches grandios und profihaft reagierte und mich wieder auf Rad setzte. 

 

Während den letzten 40km konnte ich mich beruhigen und meine Leistung trotz Niederlage einordnen. Obwohl ich nicht gewinnen werde, wurde mir bewusst, dass ich ein riesen Ding ins Ziel fahre und eine Leistung erbracht habe, die wirklich stark war. 

 

Alles hat funktioniert, Material (Merida, Northwave, Mavic, Sram), Ernährung (WOO), mein Körper, das super Team um mich, die fantastische Unterstützung im Wallis und von zu Hause per social Media usw. Für all dies bedanke ich mich von Herzen. Ihr alle habt dazu beigetragen, dass ich diese Leistung erbringen konnte.

 

An Dizzy gratuliere ich nochmals von Herzen, denn er hat eine riesen Rennen gegen mich gezeigt.

 

Ob ich nochmals am Start der Tortour stehen werde wird sich in den nächsten Wochen / Monaten zeigen. Aktuell steht die Erholung an und die Zeit mit der Familie.

 

Bevor ich aber meinen Bericht schliesse, will ich nochmals einen speziellen Dank aussprechen - wie schon in allen Rennen zuvor hat mich mein super Team mit einer unglaublichen Leistung ins Ziel gebracht. Mein Team (Sascha, Stefan, Julia, Erwin und Reto, sowie Claudia, Nil, Leen, Mama und Papa) hat wieder bewiesen, welche Fähigkeiten wir gemeinsam abrufen können. Es war ein emotionales, erfreuliches und unvergessliches Erlebnis auf höchstem Sportniveau.

 

Ein paar Fotos und Videos sind in der Rubrik zu entnehmen. 

 

MERCI UND DANKE,

DER CH-MEISTER 2018, RUFF SIMON

 

Start zur Tortour - 16.Aug.2018

Der Glocknerman war eines meiner beiden grossen Ziele für das Jahr 2018. Die Erholung nach dem Rennen fiel mir relativ einfach. Körperlich war ich schnell wieder in Form. Doch irgendwie gelang ich mental in ein Tief, was das weitere Trainingsprogramm nicht einfach machte. Doch  nach dem kurzen tief fand ich den Fokus und konnte mich in den letzten 6-8 Wochen wieder gut auf die Tortour vorbereiten. Heute, kurz vor Start sitze ich hier im Bett und versuche mich noch ein wenig zu entspannen. Jedoch fällt mir das ganze nicht so einfach. Es kann und soll endlich losgehen. Ich bin bereit um mich ins zweite grosse Ziel der Saison zu stürzen. Die Startliste beinhaltet grosse Namen. Vier ehemalige Sieger von der Tortour werden am Start stehen und ich werde versuchen ihnen das Rennen so schwer wie möglich zu machen. Meine Chancen vorne dabei zu sein sind realistisch, jedoch werde ich alles geben müssen und ich muss ein gutes Rennen von Anfang an abliefern können. Wer aber nicht nach dem letzten Halm greift und es versucht, hat schon verloren!

 

In den letzten Wochen / Monaten habe ich neben der Arbeit und Familie sehr viel Zeit ins Training investiert. Wenn ich mein Computer ansehe, waren es ca. 260h Training auf dem Rad, dies berechnet von Anfangs April. Viele Stunden dich ich weg war, die ich allein war und mich stets auf dieses Weekend vorbereiten konnte. Meine Familie ermöglicht mir diese Freiheit. Dies ist keine Selbstverständlichkeit und ich bin für die Grosszügigkeit meiner Familie sehr dankbar. Ich freue mich sehr wenn Claudia mit beiden Boys in Andermatt zu mir stossen werden und mich bis nach Fiesch begleiten werden - Momente, die in einem bleiben und die mich sehr berühren und motivieren. 

 

Ich freue mich aufs Wallis, habe aber auch den nötigen Respekt davor. Denn heute steht es 3-0 fürs Rhonetal. Morgenabend bin ich überzeugt, dass ich den Anschlusstreffer zum 3-1 erzielen werde. Ich bin bereit für die Revanche und die stille Gerade hinab nach Montreux. 

 

Mein Team bestehend aus Sascha "Teamchef", Stefan und Julia sind aktuell beim Check in und bearbeiten den Papierkrieg, so wie das bekleben des Autos. In dieser Formation werden wir dann auch am 00.30Uhr +xmin (je nach Rang im Prolog) starten. In Fiesch wird dann der Teamwechsel stattfinden. Reto und Erwin werden Stefan und Julia ersetzen. Ein Team, auf welches ich mich absolut verlassen kann. So oder ähnlich haben wir in den letzten Jahren gemeinsam schon viel erreicht. Wir alle kennen uns gegenseitig sehr gut und jeder weiss was zu tun ist. Mit jedem habe ich spezielle Verbindungen und jeder kann somit einen wichtigen Beitrag zu einem erfolgreichen Rennen beitragen. 

 

Wichtig ist mir auch meine Familie, die mich wo nur möglich am Strassenrand unterstützen wird und das Rennen verfolgt. 

 

Ihr Zuhause könnt ebenfalls live dabei sein. Über die Website www.tortour.com werdet ihr alle Infos erhalten. Über den GPS-Sender, welcher ich auf dem Rad habe könnt ihr stets verfolgen wo ich mich befinde. ACHTUNG-bei der App soll es ein Problem geben, sobald ihr nur mich auswählt, soll die App abstürzen - dies eine Info von der Rennleitung.

Natürlich bin ich über jede Unterstützung froh, dich wir per Facebook "Fanclub Simon Ruff", an der Strasse oder sonst irgendwie erhalten werden.

 

So, alles ist also angerichtet für ein spannendes Weekend. Bevor ich meine letzten Zeilen schreibe, danke ich noch meinen Sponsoren. All sie haben tolle Arbeit geleistet für die schnellen Räder, einen guten Ernährungsplan erstellt, und das nötige schnittige Material zur Verfügung gestellt. 

 

Herzlichen Dank an Bike Store Schweizer, MERIDA, SRAM, WOO, Northwave und MAVIC. 

 

Liebe Grüsse und bis bald,

Simon 

 

Weltmeister 2018 - Rennbericht - 05.Juni.2018

Liebe Fans, liebe Sponsoren und Sportbegeisterte

schon vier Tage ist es her seit  meinem Sieg beim Glocknerman 2018 - Ultraradmarathon Weltmeisterschaft! Der zweite Sieg beim zweiten Start an diesem Rennen bedeutet mir persönlich extrem viel. Der Sieg an der Weltmeisterschaft in Graz war  mein erstes grosses Ziel in diesem Sportjahr. 

In diesem Bericht  möchte ich euch mehr über die Vorbereitung und den Rennverlauf preisgeben: 
Am Mittwoch durfte ich gemeinsam mit Jean Noel, Reto und Nil Richtung Graz abfahren. Nach ca. 10h Autofahrt sind wir in Graz angekommen. Direkt nach Ankunft haben wir den Check in vorgenommen und durften nach rascher Bereitstellung des Begleitfahrzeuges die Abnahme der Fahrräder und des Begleitfahrzeuges vornehmen. Die Vorbereitungen haben sich gelohnt. Entsprechend rasch haben wir die Kontrolle erfolgreich hinter uns gebracht. 

Kurz nach der Kontrolle traf auch Claudia, Leen, Mama und Papa in Graz ein. Gemeinsam konnten wir die Zimmer beziehen und das letzte Nachtessen vor dem Rennen geniessen. Das letzte Glas Rotwein verhalf mir besser in den Schlaf zu finden. Gut geschlafen und ausgeschlafen durften wir am Donnerstagmorgen noch gemeinsam das Frühstück zu uns nehmen. Während der Nacht ist auch Sascha zu uns gestossen. Somit war das Team komplett und wir konnten beim Frühstück noch die letzten Details besprechen. 

Mit der verbleibenden Zeit konnten wir uns seriös und ruhig auf den Start vorbereiten. Das Team hat mich dann beim Hotel ausgeladen. Dort wurden wir von ca. 800 City - Radlern abgeholt und wurden zum Start geführt. 

Um 12 Uhr wurde der Glocknerman gestartet. Sehr ruhig und mit viel Selbstvertrauen habe ich die Startrampe betreten. Ich ging direkt nach den beiden Top-Favoriten Steinberger Rainer und Grüner Patrick ins Rennen. Meine Strategie lag aber definitiv nicht darin diesen beiden Fahrern zu folgen. Denn wer zu Beginn überpaced wird dies während dem Rennen büssen. Entsprechend war ich froh, dass ich durch eine Ampel direkt nach Start von Patrick getrennt wurde. Ab diesem Zeitpunkt war für mich definitiv klar, dass ich mein eigenes Rennen fahren werde. 

Die ersten Kilometer rollten für mich sehr gut, doch der Puls war für mein Verhältnis sehr hoch und ungewohnt. Schnell einmal habe ich bemerkt, dass ich wieder mit der Hitze zu kämpfen habe. Spätestens beim Anstieg zum Soboth war mir bewusst, dass ich während der Tagessonne meine Kräfte bündeln muss, damit ich nicht zu viel Zeit auf die Spitze verliere. Trotz Anstrengungen hat sich der Rückstand auf Rainer bis nach Winkler auf mehr als 40min angehäuft. Aufgrund der Hitze habe ich während der Fahrt nach Winkler schon Pläne geschmiedet, wie wir nach Aufgabe zurück in die Schweiz reisen werden. Erst ein kurzes aber prägnantes Gespräch mit Sascha hat mir den Schalter gelöst. Ab diesem Moment war ich bereit den Kampf um die Weltmeisterschaft anzunehmen und die Verfolgung auf die Führenden zu starten. Trotz eines grossen Rückstand konnte ich in Winklern - kurz vor dem Iselsberg Patrick überholen und ihn hinter mir lassen. Der Regen hat mir zusätzlich verholfen meine Pace zu steigern und den Rückstand auf den Erstplatzierten Rainer zu verringern. 

Wieder einmal habe ich in der Nacht ein wahnsinns Rennen gefahren. Die Stille, der Regen, die Dunkelheit mit dem Ziel vor Augen den Glocknerman zu gewinnen hat mich richtig beflügelt. Nach der zweiten Winkler- Station habe ich mich früh morgens auf den Weg zum Grossglockner gemacht. Aktuell noch an zweiter Stelle war mir klar, dass ich  weiter pushen muss. So habe ich stets versucht - trotz der Steilheit des Grossglockners - die Pace zu halten um Zeit auf Rainer gut zu machen. Dieses Vorhaben ist mir dann auch geglückt. Kurz vor der Edelweisspitze ist mir Rainer entgegen gekommen. Schnell habe ich erkannt, dass uns nur noch 5-10min trennen. Mit der Abfahrt nach Fehrleitern und der Bergfahrt wieder zurück zum Grossglockner blieb mir genügend Zeit, um Rainer einzuholen. 
Kurz vor dem Fuscherl Törl war es dann soweit. Ich konnte neben Rainer vorbeiziehen und konnte damit die Führung im Rennen übernehmen. Zurück nach Winklern konnte ich den Vorsprung auf ca. 10min erhöhen. 

Nach der Ankunft in Winklern stand dann „nur“ noch die Rückreise nach Graz an. Diese Rückfahrt hatte es aber definitiv in sich. Nach ein paar Kilometer bin ich auf einen Verkehrsunfall aufgefahren. Dort musste ich während 13Minuten stehen bleiben, da die Straße gesperrt war. Diese 13 Minuten wurden mit später als Zeitgutschfit gutgeschrieben. 
Während dieser Wartezeit hat auch Rainer wieder auf mich aufschliessen können. Gemeinsam ging es weiter nach Spital. Während der Fahrt habe ich bemerkt, dass Rainer ein wenig langsamer fährt als ich. Trotzdem hat mich Rainer nach einer Pinkelpause eingeholt und überholt. Ich habe aber sofort bemerkt, dass ich hier mithalten kann und habe direkt  das Zepter wieder übernommen und Rainer überholt. An diesem Zeitpunkt war mir klar, dass dies eine erste entscheidende Phase im Rennen sein wird. Das Risiko habe ich bewusst auf mich genommen. Denn wer nichts riskiert, kann nicht gewinnen, so mein Motto zu dieser Zeit. Kurz nach Millstatt ist das eingetreten, was ich vermutet habe. Einer von uns hat die Limite seiner Körperkräfte erreicht. Rainer musste mich ziehen lassen. So war es um einer der stärksten Kontrahenten geschehen. Auch ich habe mich hier am Limit befunden, konnte mich aber nochmals aufpäppeln. 

Der weitere starke Gegner - Grüner Patrick - lag zu diesem Zeitpunkt noch hinter mir. Ca. 10Minuten Vorsprung hatte ich noch vor dem Anstieg zur Abtei. Nach einer sehr mühsamen und langsamen Bergfahrt habe ich die Abtei erreicht. Am Berg angekommen war es dann um mich geschehen. Mein Magen spielte nicht mehr mit und ich musste mehrmals hinters Gebüsch. Erst nach mehr als 15Minuten konnte ich die Weiterfahrt fortsetzen. Während dieser Zeit hat mich Patrick eingeholt und überholt. Jedoch habe ich aufgrund der Zeitabständen erkannt, dass auch Patrick auf dem Zahnfleisch läuft. Somit war für mich klar, dass das Rennen spätestens ab dem Soboth wieder offen ist für beide. 
Der Soboth, meine Angriffsstelle aus dem Jahr 2011 war nicht einfach zu befahren. Nach einem so schnellen und intensiven Rennen ist der Soboth einfach def. zu steil für einen Angriff. So versuchte ich mit einem schönen Rhythmus die Bergspitze zu erreichen und der Angriff auf Patrick bei der Abfahrt zu starten. Kurz nach der Soboth betrug der Rückstand noch ca. 15Minuten. Das Rennen schien somit verloren zu sein. Auf den letzten 50km hat Papa, Mama und Claudia festgestellt, dass mein Rückstand jedoch nur noch 10 Minuten beträgt. Durch die Bonifikation von 13Minuten lag ich somit in Führung. Um sicher zu sein wollte ich aber Patrick noch einholen. Ich habe nochmals den Schalter umgelegt und gab alles, um Patrick zu folgen. Mehrere Mal wurde von Papa bestätigt, dass sich der Vorsprung  nicht verringert. Erst in den letzten 20km schmolz der Vorsprung von 10 auf 7 Minuten. Ab diesem Zeitpunkt war mir klar, dass ich dass Rennen gewinnen werde. 

Obwohl Patrick im Ziel war und ich erst 6 Minuten später eintraf, war mir klar, dass ich nach 2011 zum zweiten Mal Weltmeister geworden bin.  Es waren extrem harte 35:53h. Patrick und Rainer haben alles von mir abverlangt. Ich möchte mich bei ihnen für das tolle und spannende Rennen bedanken und gratuliere ihnen zu der super tollen Leistung. 

In diesem Rennen hat für mich alles gepasst und funktioniert. 
Wichtig am Rennen war die super Zusammenarbeit mit meinem genialen Team, die unglaubliche Unterstützung durch meine Fans, die top funktionierenden Fahrräder von Merida, sowie das Ernährungskonzept von WOO. So auch die neuen Rennradschuhe von Northwave für den passenden Druck auf den Pedalen und die geniale elektrische Sram ETap auf meinem neuen Rad. 

Viel habe ich investiert um das Ziel - Weltmeister - zu erreichen. Ich habe es geschafft und bewiesen, dass man mit viel Willen, seriösem Training und harter Arbeit vieles im Leben erreichen kann. Ich bin extrem stolz auf mein Team und mich. Gemeinsam haben wir die kleine Chance genutzt und sehr Grosses erreicht. 

Ich danke euch allen für die super Unterstützung, die ich von euch erhalten habe. MERCI, Simon

Kurz vor dem Rennen - 31.Mai.2018

Guten Morgen zusammen

neben Familie, Arbeit und Training blieb mir in den letzten Monaten wenig Zeit. So entschuldige ich mich für das späte und nicht routinemässige Update und hoffe auf Verständnis. Ich kann euch aber garantieren, dass ich seriöser und konsequenter beim Training als beim Herausgeben von Infos und Updates war:-). 

 

Heute starte ich zum Glocknerman - der Ulraradweltmeisterschaft. Von diesem Rennen habe ich nur gute Erinnerungen und so soll es auch bleiben. 

 

Wir - Nil, Papa, Mama, Sascha, Reto, Jean-Noel und ich sind gestern zeitlich in Graz angekommen. Der Check - In und die Inspektion verlief schnell und gut. Nach dem Briefing waren wir noch essen, dann gings ab ins Bett. Alles ist bereit für den Start um 12Uhr!

 

Mit dem neuen Rennrad von Merida "Merida Reacto" und dem neuen Ernährungskonzept "WOO" habe ich zwei wesentliche Änderungen für die neue Saison vorgenommen. 

 

Über das Lifetracking vom Glocknerman und der "Fanclub-Seite" von mir werdet ihr immer aktuell über den Rennstatus informiert sein. 

 

Über den neuen Garmin 1030 ist es möglich, dass ich SMS direkt auf meinem "Boardcomputer sehen kann. Über Anfeuerungen freue ich mich sehr. Weiterhin bin ich auch mit dem Pace Car verbunden. 

 

Bevor ich mich noch ein paar Minuten ins Bett lege, bedanke ich mich noch bei euch allen. Besonders bei meiner Familie - Claudia -unseren 4. Hochzeitstag werden wir nachfeiern:-), dem ganzen Betreuerteam, dem Merida Team - ganz besonders Kurt "Bike Store Schweizer", dem neuen Ernährungspartner WOO und bei euch allen, die mich überall und immer unterstützen. 

 

Nun freue ich mich auf ein spannendes, erlebnivolles und unfallfreies Rennen! Möge der Beste gewinnen!

 

Lieber Gruss und bis bald, Simon

 

Es kann los gehen - 10. April 2018

In sechs Wochen steht für mich der erste Wettkampf der Saison an. Mit dem Glocknerman werde ich in die Saison starten und kann mich dabei dirket mit den besten Ultra-Radfahrern messen.

 

Die Vorbereitungen laufen, mein Betreuerteam steht fest und mein Formaufbau stimmt. Aktuell bin ich noch als Guide in Andalusien tätig. Als Guide bei Eitzinger - Sport habe ich während den letzten drei Wochen sehr tolle Leute getroffen, etliche Kilometer abgespult und zugleich eine super schöne Gegend zum Radfahren kennen gelernt.  

 

Am Samstag geht es nach Hause zu meiner Familie. Obwohl ich die Zeit in Andalusien - Mojäcar sehr schätze und genisse, bin ich froh endlich meine zwei kleinen Söhne und meine Frau Claudia in die Arme zu schliessen!

 

Die ganze Vorbereitung ist bis heute nach Plan verloffen. Entsprechend motiviert und selbstbewusst starte ich in die neue Saison. Zusammen mit all den positiven Erfahrungen die ich am Grossglockner schon erleben durfte sehe ich dem Event - Glocknerman positiv entgegen. Es ist mir def. bewusst, welche Teilnehmer am Start stehen. Jeder der Favoriten hat das Rennen schon ein- oder mehrmals gewonnen. Doch dieser Herausforderung stelle ich mich und werde versuchen mein bestes zu geben.

 

 

Nebenbei, meine Projekte sind nun ersichtlich auf dem Register "Projekte 2018".

 

Bis bald,

Simon 

Saisonrückblick 2017 und Ausblick in die Zukunft

Die Rennräder sind gewaschen, geschmiert und sind im Keller aufgehängt. Das Bike wurde noch ein wenig genutzt um draussen zu sein und die Zeit mit Kollegen oder Bekannten zu geniessen. 

 

Es bedeutet, dass die erfolgreiche Saison für mich beendet ist. Ich möchte es aber nicht erlassen, einen kurzen Rückblick über meine gelungene Saison zu machen. 

 

Dank meiner Familie war es mir möglich mich nochmals meiner Leidenschaft zu widmen. Diese Chance wollte ich mir nicht entgehen lassen und setzte alles daran, mich nochmals in dieser Szene zu präsentieren. Zu Beginn nach der Entscheidung war ich mir nicht sicher, ob ich dieses Vorhaben wirklich schaffen werde. Bei längeren Fahrten schmerzten die Beine, Hände, Rücken und Nacken. Sachen, die ich von der Vergangenheit definitiv nicht kannte. 

 

Nichts desto trotz habe ich an meinem Vorhaben festgehalten. Aufgrund meiner zeitlichen Ressource habe ich mein Training auf dem Rad ein wenig verändert. Während der Woche wurde kurz aber intensiv trainiert, am Weekend waren es ziemlich lange Strecken.

 

Auch aufgrund dieser Änderung trug ich viele Fragezeichen und Sorgen mit mir zum RATA Start. Die Sorgen über meine Form blieben bis zum Nachteinbruch. Erst ab diesem Moment ging es mir immer besser. Mit dem Überqueren des Zielbogens war mir bewusst, dass ich in der Vorbereitung vieles richtig gemacht habe. 

 

So war für mich nach dem RATA auch schnell einmal klar, dass ich mein gestecktes Ziel - Start an der Tortour und erfolgreiche Umrundung der Schweiz - in Angriff nehmen werde.

 

Gut kann ich mich noch an meinen Zieleinlauf der Tortour im  Jahr 2011 zurückerinnern. Damals habe ich gesagt, dass ich noch einmal zurück kommen werde. Ich werde aber erst dann kommen, wenn ich bereit bin, dass Podest zu besteigen. Dies war mein klares Ziel. Mit diesem Ziel bin ich ins Rennen gestartet.

 

Das Rennen war hart. Ich habe Sascha gesagt, dass ich noch nie während einem Rennen so gelitten habe. Er hat mir zur Antwort gegeben: Du bist auch noch nie so super gefahren!

 

Mit dem zweiten Rang habe ich erreicht, was ich mir vorgenommen habe. Auf dem Podest der Tortour zu stehen war für mich grandios. Der Podestplatz bestätigte meine Form, mein super Team hinter mir und natürlich auch das ganze Umfeld, die mich immer unterstützt haben. Nicht nur wir als Personen haben super funktioniert, sonder auch mein Rennrad "Merida Scultura" und das ganze Ernährungskonzept mit "Hammer Nutrition".

 

Obwohl ich glücklich und stolz auf diesen zweiten Rang bin, hätte ich schon gerne das CH-Meistertrikot übergestreift. Ein neues Ziel?

 

Zum Abschluss meines Rückblicks möchte ich einfach nochmals allen danken, die mich auf irgendeine Weise unterstützt haben. Einen speziellen Dank gilt sicherlich meiner Familie, meinen Teammitgliedern, den Fanclub-Mitgliedern, Kurt "Bike Store Schweizer", Merida, sowie Sportbenzin.ch. Ohne euch alle wäre dieses Comeback und somit der Gewinn des VIZE-CH-Meistertitel im Ultracycling nicht möglich gewesen. 

 

 

Gerne möchte ich euch noch kurz über  meine Zukunft informieren. Aktuell geniesse ich intensiv die Zeit mit meiner Familie. Zeit die ich geniesse und nicht missen möchte. Trotzdem geht die lange Pause - Energietanken - langsam vorüber und ich widme mich wieder der Zukunft.  Mein Rennplan ist schon geschmiedet, leider aber noch nicht spruchreif!

 

Zudem gibt es noch weitere Neuigkeiten von mir:  

  • Ich habe mich entschieden auch eine Facebook - Seite einzurichten. Diese ist aufgeschaltet und wird weiter überarbeitet. So kann ich euch schneller und aktueller über meine Pläne und Neuigkeiten informieren.  
  • Im weiteren verkaufe ich meine beiden Rennvelos. Wenn ihr jemand kennt, der Interesse an einem dieser Rennräder hat, so könnt ihr euch gerne bei mir melden. 
  • Fotos, und Videos habe ich in den entsprechenden Rubriken aufgeschaltet. 

 

Lieber Gruss

Simon

 

 

 

 

Start zur Tortour 17. Aug. 2017


Vor 6 Jahren stand ich zum letzten Mal am Start der Tortour. Lange ist es her und vieles hat sich in meinem Leben verändert. Die einzige Parallele zu damals ist mein Umfeld mit meiner Familie und Freunden, die mich in den letzten Jahren immer unterstützt haben. Vor allem haben sie meiner Entscheidung zugestimmt, als ich mich im Oktober 2016 entschieden habe nochmals den Schritt zurück in die Ultracyclingszene zu wagen. In den letzten Monaten wurde somit viel Zeit und Leidenschaft ins Radtraining investiert. Die etlichen Trainingskilometer waren spannend und abwechslungsreich. Vor allem mein neuer TrainigngspartnerSascha – leider nur bis Juni – machte die etlichen Kilometer umso interessanter. Nun ist aber Schluss mit Training und Vorbereitung.

 

Heute ist es so weit. Im Geheimen war die Tortour mit den 1`000km und 13`000HM schon lange mein persönliches Saisonziel. Da ich nicht wusste und manchmal selber an meinem Vorhaben zweifelte, habe ich lange mit der Anmeldung zugewartet. 

Heute bin ich zu 100% fit und bereitMein physische und psychische Verfassung passt um mich in die Herausforderung Tortour zu stürzen. Ebenso wichtig wie meine Verfassung ist das Team rund um mich. Ich bin sehr glücklich auf mein alt bewährtes Team zurückgreifen zu können. Mit Sascha und Reto bin ich gestern nach Schaffhausen gereist. Claudia, Nil und Mama werden uns heute noch verstärken. Die volle Unterstützung am Prolog heute Nachmittag ist also gesichert!Aufgrund der Prolog-Platzierung wird die Startreihenfolge der Tortour festgelegt. 

 

Am Abend wird Erwin noch zu uns stossen. Mit dem Team Sascha, Reto und Erwin werden wir dann die erste Nacht der Tortour in Angriff nehmen. Start erfolgt ab 00:30Uhr. Das Rennen könnt ihr über den Livetracker der Tortour und über die Facebook-Seite „Fanclub Ruff Simon“ verfolgen. 

 

Am Freitagabend in Aigle wird uns Erwin verlasen und wir werden unser Team mit Stefan und Julia neu verstärken.  Mein Ziel ist es, Julia bei Ihrer ersten Teilnahme als Betreuerin auf der zweiten Streckenhälfte nicht zu enttäuschenJ!

 

Claudia, Nil und Mama werden mich tagsüber in einem separaten Begleitauto unterstützen und begleiten. Ich freu mich sehr, meine Familie in meiner Nähe zu haben. 

 

Wie ihr seht, alles ist geplant und bereit. Es kann losgehen. Noch einige Stunden bis zum Prolog und ca. 12h bis zum Start der Tortour. Ich bin bereit, fühle mich fit und die Anspannung in mir beginnt zu steigen. Aktuell läuft also alles rund!

 

Zum Schluss möchte ich noch zwei Dinge loswerden: 

Ich bedanke mich bei euch allen. Sehr eindrücklich, wie ihr alle hinter mir und meinem Sport steht. Ich habe schon etliche Glückwünsche erhalten, die ich sehr schätze und mir zeigen, dass ich stets in Gedanken von euch allen getragen werde. 

Zudem möchte ich mich auch bei MERIDA und bei KURT SCHWEIZER „Bike Store Schweizer“ bedanken. Eine langjährige Zusammenarbeit konnte wieder intensiviert werden. Diese Unterstützung schätze ich sehr, VIELEN DANK euch allen!

 

Ich und mein Team haben ein klares Ziel und werden versuchen dies bis zum Ende des Rennens zu verfolgen! 

 

Nun hoffe ich auf eine unfallfreie Fahrt für uns und alle anderen Teilnehmer an der Tortour. Möge der Beste gewinnen! 

 

Simon

 

Tortour - vierter Anlauf 26.Juli 2017

Nach der Zieleinfahrt beim RATA war ich sehr glücklich. Mein Team hat mich trotz etlichen Krampfanfällen während den ersten 14h sicher und gesund ins Ziel gebracht. Hier einen herzlichen Dank an Claudia,Mama, Nicole, Reto und Nil, sie alle haben einen super Job für mich gemacht und mir dieses super Comeback ermöglicht!  

Nach dem eher missglückten Rennstart konnte ich während der Nacht und in den frühen Morgenstunden etliche Plätze gut machen. 

Das Rennen verlief je länger desto besser für mich. Nach 24h 8min habe ich dann das Ziel in Nauders überglücklich erreicht. Wenn ich denke, dass ich auf dem Mortirollo aufgrund der Krämpfe schreiend vom Fahrrad stieg, kann ich einfach nur glücklich sein, dass ich überhaupt das Ziel erreicht habe.

Letztendlich war ich nur 10min langsamer als im Jahr 2012. Dies zeigt mir, dass sich mein Aufwand in den letzten Monaten gelohnt hat.  Auch wenn dieser Rennbericht nur kurz ausfällt, muss aber trotzdem erwähnt sein, dass Sascha trotz viel Pech ein super erstes Rennen gemacht hat und nur ein Platz hinter mir in Ziel kam. Dies deutet auf eine Revanche hin. Ob es dann das RATA sein muss, werden wir noch sehen:-)!

 

Nach dem RATA brauchte ich ein wenig Abstand vom Radfahren. Erholung und eine Neuorientierung für den Rest meiner Rennsaison war angesagt.

Mit dem Fazit, dass es zu früh für den Saisonabschluss ist, habe ich während den Ferien in Österreich wieder mit dem Abspulen von Kilometern begonnen. Das Bergtraining wurde reduziert, das Rolltraining erhöht. Seit den letzten beiden Wochen verspüre ich wieder eine Steigerung meiner Leistung.

 

Aufgrund dieser Tatsache habe ich mich bei der Tortour gemeldet und nach einem Startplatz nachgefragt. Des einem Leid ist mein Glück. Aufgrund einer Absage erhielt ich kurzfristig noch einen Startplatz.

 

Der Start an der Tortour war schon zu Beginn des Jahres mein Vorhaben. Die Anmeldung habe ich bewusst ausgezögert. Ich wollte vor der Anmeldung sicher sein, dass ich mein lang ersehntes Ziel bei der vierten Teilnahme an der Tortour erreichen kann. 

 

So werden mein Team und ich am 18.Aug.2017 in Schaffhausen am Start stehen und die Runde - rund um die Schweiz - in Angriff nehmen. Es sind ca. 13`000hm und 1`000km zu bewältigen. Mein Team und ich freuen uns auf das Erlebnis, auf das Rennen und die Herausforderung etwas spezielles zu erreichen. 

 

Ihr werdet bestimmt  noch vor dem Rennen etwas von mir hören. Bis dahin, Simon

 

Die letzte Nacht vor dem Comeback 22. Juni 2017

Morgen ist es so weit. Nach 5 Jahren ohne wirklich gezielten Renneinsatz im Ultracycling kehre ich wieder an die Startlinie zurück! Zurück zu dem was mir im Leben Freude und Spass macht!
Der morgige Start am härtesten Eintagesrennen de Welt wird für mich in verschiedener Hinsicht speziell sein. Zum ersten Mal steht meine eigene Familie am Strassenrand und wird mich anfeuern. Ich bin mir ganz sicher, dass ich gerührt sein werde, wenn ich Claudia, Nil und unser heranwachsendes Baby im Bauch von Claudia am Strassenrand sehen werde! Sie alle haben mir diesen Start ermöglicht, dazu kann ich nur vielen Dank sagen und versprechen, dass ich für sie mein bestes geben werde.
Sehr speziell wird auch sein, dass ich nicht alleine am Start dieses Rennens stehe. Zum ersten Mal wird Sascha nicht in meinem Betreuerauto sein, sondern  mit mir an der Startlinie stehen. Etliche Stunden haben wir dieses Jahr gemeinsam trainiert und uns im April für dieses Rennen entschieden.  Es war uns beiden von Anfang an sehr bewusst, auf was wir uns einlassen. Aber der Wille gemeinsam an einem solchen Rennen teilzunehmen und erfolgreich zu finnischen ist grösser als die Fragezeichen, welche ich aktuell noch habe!  

Morgen werde ich an der Startlinie stehen und gespannt auf den Rennstart warten. Denn es ist an der Zeit meine offenen Punkte mir gegenüber beantworten zu können. Ich bin der Überzeugung, dass ich nach dem Rennen weiss, wie sich meine sportliche Karriere weiter entwickeln soll.

Schon vor dem Rennen möchte ich mich bei meiner Familie und meinem Team - Claudia, Nil, Mama, Nicole und Reto - für die Betreuung bedanken, Sascha für die super tollen gemeinsamen Tage ( ich hoffe es werden auch einige gemeinsame Stunden im Rennen geben ), so wie euch allen, die mir immer noch die Daumen drücken und an mich und meine Stärke glauben. Es wird morgen ein harter Kampf gegen die Uhr, Hitze, Höhenmeter, Kilometer und auch gegen mich selber geben. Doch mit eurer Unterstützung kann ich es schaffen das Ziel in Nauders erfolgreich und zufrieden zu erreichen! Bevor ich abschliesse und zu schlafen versuche, möchte ich mich noch bei Kurt Schweizer in Fiesch bedanken, der mein Material erneut in Top-Zustand gebracht hat, vielen Dank! 

Ich werde euch über die Homepage aufgrund der Betreueranzahl nicht informieren können. Doch wir versuchen euch über Facebook und Twitter immer up to date zu halten! 

Auf ein erfolgreiches und unfallfreies Rennen

Simon



Comeback in die Ultraszene - 11. Mai 2017

Volle Unterstützung der Familie, ein Kollege mit viel Überzeugungskraft, zwei gute Trainingslager. Diese Tatsachen müssen doch genutzt werden, oder?

 

Nun aber der Reihe nach... Das Vorhaben für dieses Jahr war klar. Ein Langstreckenrennen ist Pflicht. Entsprechend versuche ich mich seit Oktober 2016 wieder in Form zu bringen. Obwohl ich zwei intensive Trainingslager absolviert und Zeit ins Ausdauer- und Krafttraining investiert habe, bin ich mir bis heute nicht im Klaren, wie es effektiv um meine Form steht.

 

Entsprechend gross ist der Respekt vor dem Comeback. Doch wer nichts wagt, kann nicht gewinnen! Nach diesem Motto haben wir uns (Sascha und ich) einige Szenarien ausdiskutiert um uns gemeinsam auf eine erste Herausforderung zu stürzen. Um einen abgestimmten Rennkalender für beide zu bewahren und trotzdem ein absolutes Highlight zu erleben, haben wir uns für das RATA entschieden.

 

Das RATA ist das härteste Eintagesrennen der Welt! Mit 540km und 14`000 Höhenmeter ist das RATA ein extrem harter Brocken! Ein gewagter Schritt von Sascha und mir. Jedoch sind wir der Überzeugung, dass wir uns gegenseitig – vor und während dem Rennen – extrem gut unterstützen können!

 

Lange habe ich mir Gedanken über den Start am RATA gemacht. Als ehemaliger Finisher weiss ich genau, was auf mich zukommen wird. Um ehrlich zu sein, ein gewagtes Comeback. Jedoch ein Comeback, welches mir direkt die Richtung für die sportliche Zukunft weisen wird. Ich denke auch für Sascha wird dieses Rennen Antworten auf versch. Fragen geben.

 

Ich freue mich sehr auf die grosse Herausforderung, das Gefühl an der Startlinie zu stehen, die Erlebnisse mit dem Team während dem Rennen zu erleben, so wie die Überquerung der Ziellinie zu geniessen. Es wäre ein absoluter Knaller, wenn ich gemeinsam mit Sascha die Ziellinie überqueren könnte!

 

Bis bald und Grüsse

Simon

 

 

Auftakt in die Saison geglückt - 18. April 2017

Am Ostermontag durfte ich nach einer unfallfreien und intensiven Vorbereitung zum ersten Mal nach ca. 5 Jahren wieder fokussiert und mit einem klaren Ziel an der Startlinie eines Rennens stehen.

Klar habe ich das eine oder andere Rennen in den letzten Jahren bestritten, jedoch waren diese Rennen für mich als Spassfaktor bestimmt. 

 

Obwohl ich ein klares Ziel hatte, fühlte ich mich bis kurz vor dem Rennen sehr entspannt und locker. Als ich dann aber bei der Startnummerausgabe stand, wurde mir bewusst, auf was ich mich eingelassen habe. Ein Zurück gab es jedoch nicht mehr. Nach kurzem Einfahren war ich schon an der Startlinie und der Startschuss erfolgte. Der Startschuss in die Saison ist gefallen. 

 

Ich konnte mich während den 19 Runden sehr gut im Feld verstecken, versuchte mich jedoch immer in den vorderen Reihen aufzuhalten. Erstens, weil ich so den Überblick über das Rennen hatte - zweitens, weil ich einen Sturz in den engen Strassen und Kurven verhindern wollte. Bis zur Runde 14-15 lief alles nach Plan. Doch dann passierte es. Bei einer Überrundung einer kleineren Gruppe kam es direkt vor mir zu einem heftigen Sturz. Ich musste scharf abbremsen und wich auf die Wiese aus. Der Sturz konnte verhindert werden, leider verlor ich aber auf diese Weise den Anschluss an die Spitzengruppe, welche nun aus 4-6 Fahrer bestand. 

 

In der Verfolgergruppe hatten nur ich und ein zweiter Fahrer das Interesse die Führungsgruppe einzuholen. So legten wir uns während zwei Runden wirklich richtig ins Zeug. In Runde 17 von 19 sicherten wir dann den Anschluss an die Spitzengruppe. Die beiden verbliebenen Runden bis kurz vor Schluss habe ich mir die Zeit genommen und konnte mich nochmals gut erholen. Im Endspurt konnte ich das erste Mal in einem Rennen mithalten und überquerte die Ziellinie als dritter Fahrer. Weitere Infos zum Rennen findet ihr hier

 

Auch wenn es nur ein kleines, regionales Rennen war, war meine Freude über den Podestplatz und die tolle Leistung während dem Rennen sehr gross. Mit einem Schnitt von 41km/h auf ca. 45km war es ein relativ schnelles Rennen, in dem ich stets mithalten und auch immer wieder Flüchtige mit Lückenschliessen stellen konnte. 

 

Das Ergebnis an diesem Rennen zeigt mir, dass mein Formaufbau stimmt und im Stande bin, wieder dorthin zu kommen, wo ich damals meine "erste sportliche Karriere" beendet habe. Es ist nur eine Frage der Zeit und des Durchhaltewillens. 

 

Im nächsten Update wird es NEWS zu meinem Rennkalender 2017 geben. 

 

Sportliche Grüsse

Simon

 

AUF ZU NEUEM - 31. JANUAR 2017

 

Ein Blick auf die letzten News-Berichte zeigen, dass ich  vier Jahre ohne sportliche  Ziele lebte. Länger als ich selber erwartet habe. Der Plan im Sommer 2016 wieder Rennen zu bestreiten konnte ich nicht einhalten. Umso schöner war die Zeit mit Familie und Kollegen.

 

So habe ich den Plan zum Wiedereinstieg in die Ultra-Rennszene um ein Jahr verschoben und bin seit Oktober wieder aktiv. Krafttraining im Fitness, wie auch Ausdauertraining mit Spinning, Joggen und Langlaufen bilden meine Trainingseinheiten. Kaum einer wird mir glauben, dass ich im Oktober nach einer Trainingseinheit zwei Tage müde und erschöpft war! Ich selber stellte mir die Frage: Ist es das Alter, oder bin ich so unfit? Heute weiss ich, dass es an meiner vierjährigen sportlich mässigen Vergangenheit lag.

 

Vier Jahre ohne diszipliniertes Training hat meinen Körper verändert. Längere Radrunden waren nicht mehr genussvoll, sondern von Leiden und Schmerzen begleitet. Umso schöner ist es aktuell kleine persönliche Fortschritte zu erkennen. Es geht stets voran, jedoch ist es für nur schwer abschätzbar, wie fit ich wirklich bin. Aktuell stellt sich auch die Frage, wie werde ich ein längeres Rennen erleben? Wird es so sein wie 2009, als ich die erste Tortour gefahren bin, oder kann ich in nur einem Jahr an die letzten Erfolge anknüpfen? Fragen, die mich selber beschäftigen und mich anspornen!

Am 21.Januar 2017 habe ich die Schweiz verlassen und bin für 10 Tage nach Gran Canaria geflogen.  Wie schon im Jahr 2012 hatte ich tolles frühlingshaftes Wetter und konnte meine ersten Kilometer im Jahr 2017 abspulen. Ohne wirkliches Trainingsziel habe ich mein Rad aus dem Koffer genommen  und mit Radfahren begonnen. Ich wollte nur Spass haben und Kilometer sammeln. Dieses Vorhaben habe ich vollständig erfüllt. Zusätzlich sammelte ich noch etliche Höhenmeter die mir sicher nicht geschadet haben. Heute, an meinem letzten Tag auf Gran Canaria kann ich stolz auf ein sehr gelungenes Trainingslager zurückblicken. Täglich konnte ich mein Pensum an Kilometern und Geschwindigkeit erhöhen. Dies zeigt mir, dass ich mich bis anhin gut vorbereitet habe und auf dem richtigen Weg bin.

Da ich viele Stunden alleine auf dem Rad gesessen bin, hatte ich natürlich auch Zeit mich mit der kommenden Saison zu beschäftigen. Welche Rennen fahre ich, wann starte ich in die Saison usw.? Heute bin ich um einiges schlauer und ich habe mich entschieden. Ich möchte mir aber noch etwas Zeit nehmen, um damit an die Öffentlichkeit zu gehen.

So, nun ist es Zeit um nach Hause zu gehen. Ich freue mich riesig auf Nil und Claudia und werde mich in den nächsten Tagen bei meinem Liebsten gut vom Trainingslager erholen. Danke euch beiden, dass ihr mich bei meinem Vorhaben so toll unterstützt!

Bilder zu den Ausfahrten auf Gran Canaria findet ihr in der Rubrik Medien.

Sportliche Grüsse

Simon